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Dramatischer Zugang zum Thema Drogen

Das Tourneetheater Ensemble Radiks aus Berlin gastiert am Gymnasium Wilhelmsdorf. Unterstützt vom Förderverein und dem Wilhelmsdorfer Verband nimmt der theaterpädagogische Workshop zur Suchtprävention die Acht- und Neuntklässler mit auf die Suche nach einer Antwort auf die Fragen: Warum wird ein Mensch abhängig, wie wird aus Konsum Sucht und warum rutscht der eine ab, der andere aber nicht?

"Morgen oder Madagaskar" von Karl Koch erzählt die Geschichte um die beiden Protagonisten Sophie und Lukas. Lukas ist Hausmeister an einer Schule. Ihm wird im Verlauf des Stückes klar, dass sein Alkoholkonsum ein Suchtverhalten darstellt, denn „Madagaskar ist weit weg“, meint er: „So weit wie meine Versuche und Hoffnung vom Alkohol loszukommen, aber vielleicht fang ich ‚morgen‘ noch mal an.“ Und dann ist da Sophie, aus deren Tagebuch wir ihren Weg mit 14 Jahren in die Abhängigkeit, Drogensucht und Hilflosigkeit erleben, bis zu ihrer ersten Therapie mit 24 Jahren.

Der Verlauf der Geschichte zeigt, dass niemand frei von Abhängigkeiten ist, und dass man Suchtverhalten teilweise auch schon in jungen Jahren erkennen kann. Alle können irgendwann potenziell betroffen sein - ganz gleich, welcher sozialen Schicht man sich zuordnet. Wichtig dagegen ist, sich selbst und andere immer wieder zu prüfen und gegebenenfalls Hilfe zu suchen.

Bei der Aufführung in der Scheune bewerten oder verurteilen die zwei sympathischen Schauspieler aus Berlin die persönlichen Standpunkte und Haltungen der Figuren nicht. Der pädagogische Ansatz des No-Blame-Aproach soll vielmehr die Schülerinnen und Schüler zur Selbstreflektion anregen: Bin ich eher suchtgefährdet als andere, und erkenne ich so etwas an meinem Verhalten auch jetzt schon? Was steckt eigentlich hinter den Begriffen Sucht und Abhängigkeit? Wann ist man abhängig und wann ist es nur harmloser Konsum? 

Und das funktioniert an diesem Vormittag in Wilhelmsdorf. Die 143 Schülerinnen und Schüler verfolgen trotz Hitze in der Scheune mit Interesse das Stück und zeigen große Beteiligung bei Zwischenfragen der Darsteller. „Auch das Nachgespräch war sehr intensiv.“, freut sich Janina Haag, Lehrerin und Präventionsbeauftragte am Gymnasium Wilhelmsdorf. „Die vielen Fragen, z.B. über die Wirkungsweise von Drogen oder, ob die Darsteller selbst Erfahrungen mit Drogen gemacht haben, zeigen, wie gut die Mittelstufenschüler erreicht wurden. „Und das gilt es jetzt im weiteren Gespräch auszubauen.“, erklärt sie die konzeptionelle Idee des Theaters. Stellen die Aufführung und das Nachgespräch ja nur ein Modul zur Suchtprävention am Gymnasium Wilhelmsdorf dar. Denn, wie die fiktive junge Frau im Theater sagt. „Die Entscheidung "Nein" zu sagen, kann euch niemand abnehmen, die müsst ihr in der jeweiligen Situation ganz alleine treffen."

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