Kunst gegen Gewalt

Am Gymnasium Wilhelmsdorf und an der Oberschwabenklinik in Ravensburg wurde ein Säulengedicht installiert. Verfasst wurde das Gedicht zum Thema „Sexualisierte Gewalt“ bereits vor drei Jahren von den Neuntklässlerinnen Stefania Erni-Zier, Larissa Feicht und Luzie Wagner in Zusammenarbeit mit ihrer Lehrerin Ingeborg Gnannt.
Im kleinen Kreis von Schülerinnen und Schülern, Eltern, Lehrkräften weihte Schulleiter Michael Dörmann das Säulengedicht „Deine Macht…losigkeit“ offiziell am Gymnasium Wilhelmsdorf ein.
Inspiriert von dem Gedicht hatte im letzten Jahr die damalige Abiturientin Sophia Krug unter der Leitung von ihrer Kunstlehrerin Barbara Seitz mit viel Engagement bei sich zuhause in ein Kunstwerk aus zerbrochenem Glas entworfen. Dieses kann nun in der Sitzecke des ersten Stocks im Neubau des Gymnasiums bewundert werden. Sophias Intention war es, mit dem Bruch des Glases „ein Ausbrechen eines Opfers aus seinem Martyrium“ symbolisch darzustellen. Gleichzeitig sollten die Brüche und Scherben aber auch für die Narben einer betroffenen Person stehen, die, wie die von Blattgold durchzogenen Glasadern auf der zweiten Seite des Gedichts, „zwar sichtbar sind, aber auch heilen können“, so Sophia. Im Schulgebäude soll das Gedicht auf dieses „schwierige, aber dennoch sehr wichtige Thema, vor dem wir alle nicht die Augen verschließen können hinweisen“, meint Michael Dörmann.
In der darauffolgenden Woche wurde das Gedicht auf einer beleuchteten Wandersäule in der Oberschwabenklinik Ravensburg präsentiert. Die im November 2024 angefertigte Säule wird von den Ravensburger Beratungsstellen Frauen und Kinder in Not e.V. und Brennessel e.V. für die Öffentlichkeitsarbeit im Kampf gegen sexualisierte und häusliche Gewalt verwendet. Die Leiterin von Brennessel, Cora Bures, welche schon mehrfach am Gymnasium Wilhelmsdorf im Rahmen der Präventionsarbeit tätig war, betonte, dass es vor allem bei sexuellem Missbrauch im Jugendalter, wie im Gedicht dargestellt, „um Machtdemonstration und -ausübung“ ginge. Begleitet wurde die Ausstellungseröffnung u.a. vom Geschäftsführer der OSK, Franz Huber, Vertreterinnen der Marketingabteilung der OSK, der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Ravensburg, Eva Komprecht, Vertreterinnen der Sponsoren von der Stiftung Ravensburger und Inner Wheel sowie den vier Verfasserinnen. An dem neuen Ausstellungsort, an welchem die Säule nun für unbestimmte Zeit stehen soll, sollen Patientinnen und Patienten sowie insbesondere die „80 Prozent weiblichen Mitarbeiterinnen der Oberschwabenklinik angesprochen werden“, meint Huber. Alle Beteiligten freuen sich ausgesprochen über das Zustandekommen dieser Kooperation.
