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Eindrucksvoller Vortrag von Prof. Jutta Allmendinger in Wilhelmsdorf

Bildung in Deutschland: Mythen – Fakten – Vorschläge. So lautete der Titel eines Vortrags von Prof. Allmendinger am 23. Oktober 2014 im Bürgersaal Wilhelmsdorf.
Schon ein Blick auf die Vita von Prof. Allmendinger ist beeindruckend: promoviert an der Harvard University, habilitiert an der Freien Universität Berlin, von 2003 bis 2007 Direktorin des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg, seit 2007 Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) und Professorin für Bildungssoziologie und Arbeitsmarktforschung an der Humboldt-Universität zu Berlin, zudem Autorin zahlreicher Bücher und Diskussionspapiere (darunter das 2012 erschienene Buch Schulaufgaben – Wie wir das Bildungssystem verändern müssen, um unseren Kindern gerecht zu werden). Man durfte also gespannt sein auf den Abend.

Und Prof. Allmendinger erfüllte die Erwartungen voll und ganz! Nach einer kurzen Begrüßung von Schulleiter Johannes Baumann stellte sie zunächst den Zusammenhang von Bildung und Erwerbstätigkeit her und definierte systematisch den Begriff Bildungsarmut. Anschließend widmete sie sich 11 Mythen zur Bildungsrepublik Deutschland, die sie „evidenzbasiert“, d.h. unter Verweis auf die Situation in anderen europäischen Ländern empirisch widerlegte.  So stellte sie beispielsweise dem Mythos, eine gewisse „soziale Selektivität in den Bildungsergebnissen“ sei unvermeidbar,  den Blick auf die Nachbarländer Dänemark, Estland, Schweden, Luxemburg und Finnland gegenüber, in denen die soziale Herkunft eine weit untergeordnetere Rolle spiele. Dies liege an einer besonderen Förderung in den frühen Lebensjahren, an längerem gemeinsamen Lernen sowie an einer stärkeren Förderung von schwachen Schülerinnen und Schülern. Einem anderen Mythos (Die Ausgaben für Bildung liegen auf einem hohen Niveau in Deutschland) stellte sie schlicht die Statistik entgegen: Das deutsche Budget für Bildungseinrichtungen stagniere seit zehn Jahren bei 5,1 Prozent und liege damit noch unter dem europäischen Durchschnitt (2011: 5,25 Prozent).
Im Anschluss an den Vortrag und einer kurzen Pause – bewirtet vom  Förderverein – stellte sich Prof. Allmendinger den Fragen des Publikums. Neben ihrer bereits im Vortrag bewiesenen wissenschaftlichen Hochqualifizierung erlebten die Zuhörerinnen und Zuhörer  eine sehr sympathische und humorvolle Persönlichkeit. Prof. Allmendinger ist zu danken für einen äußerst gelungenen Abend, der gut tat nach intensiven ersten Schulwochen.                                                                                                      

(Erstellt am 25. Oktober 2014)