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Experten zu Gast in Wilhelmsdorf


Die Universität Konstanz veranstaltete in Zusammenarbeit mit dem Gymnasium Wilhelmsdorf ein Expertengespräch zum Thema "Lehrerbildung". Hochrangige Vertreter aus Wissenschaft, Politik und Schulpraxis waren der Einladung des Konstanzer Wissenschaftsforums und des Gymnasiums Wilhelmsdorf gefolgt, um die Zukunft der Lehrerbildung in Baden-Württemberg zu diskutieren. Angestoßen wurde die Diskussion durch die derzeit in allen Bundesländern laufende Umstellung der Lehramtsstudiengänge auf Master-Abschlüsse. Die aktuelle Brisanz dieses Themas zeigte sich in der großen Resonanz: Aufgrund der hohen Teilnehmerzahl musste die Tagung vom Musiksaal des Gymnasiums in den Bürgersaal verlegt werden.


„Es ist kein Zufall, dass diese Veranstaltung in Wilhelmsdorf stattfindet“, eröffnete Prof. Dr. Dr. h.c. Gerhart v. Graevenitz, Rektor der Universität Konstanz, die Tagung. „Denn das Gymnasium Wilhelmsdorf ist eines der Vorzeigegymnasien unseres Landes.“ In der Zusammenarbeit mit der Universität Konstanz habe man hier in der Lehrerbildung neue Wege beschritten. Ebenso drückte Johannes Baumann, Schulleiter des Gymnasiums Wilhelmsdorf, seine Freude über die Partnerschaft mit der Universität Konstanz aus: „Ich hoffe auch heute wieder auf einen fruchtbaren Dialog zwischen Hochschule, Seminar, Schule und Politik“, betonte er in seiner Begrüßung. Auch Prof. Dr. Thomas Götz vom Lehrstuhl für Erziehungswissenschaft und Empirische Bildungsforschung, Universität Konstanz und PH Thurgau, bezeichnete sich im ersten Fachvortrag der Veranstaltung als „bekennenden Fan des Gymnasiums Wilhelmsdorf“. In seiner thematischen Einführung wies er darauf hin, dass die anstehende Strukturveränderung der Lehrerausbildung nicht ohne einen inhaltlichen Wandel stattfinden sollte. Gerade hier würden an heutige Lehrer neue Anforderungen gestellt, die auch in ihrer Ausbildung berücksichtigt werden müssten. „Wir müssen den Wandel in der Lehrerbildung inhaltlich vollziehen“, forderte er und verwies dabei auf die notwendige Integration von Orientierungsphasen und Reflexionsgesprächen gleich zu Beginn des Studiums. Ebenso müsse die fachdidaktische und pädagogische Ausbildung der Studenten verstärkt und höher gewichtet werden. Zuletzt betonte er die zwingende Vernetzung zwischen Universität und Schule: Praktische Erfahrungen dürfen nicht losgelöst von der Hochschule absolviert werden, sondern müssen selbst zum Gegenstand fachdidaktischer Seminare werden. 
Die folgenden Vorträge drehten sich genau um diesen strukturellen und inhaltlichen Wandel: So präsentierte Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich, Präsident der Stiftung Universität Hildesheim, das Konzept der Universität Hildesheim. Er betonte besonders, dass frühe schulpraktische Studien für die Orientierung der Studenten wichtig seien. Prof. Dr. Holger Fischer, Vizepräsident der Universität Hamburg, zeigte am Hamburger Modell, wie wichtig eine gute Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und dem Landesinstitut für Lehrerbildung ist. Prof. Dr. Marcus Hasselhorn, Stellvertretender Direktor des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung in Frankfurt, verwies unter dem Stichwort „Professionalisierung“ darauf, dass zukünftige Lehrer Handlungskompetenz in allen ihrer Tätigkeitsfelder erwerben müssten um auf die Schulpraxis vorbereitet zu sein.
Im Ergebnis wurde aber auch davor gewarnt, die Studenten nicht mit zu viel Stofffülle einzuengen, so dass kein Raum für individuelle Entfaltung mehr bleibe. Wird heute in der Schule Freiheit, Selbstbestimmung und Individualisierung im Lernprozess angestrebt, muss die Lehrerbildung diese Möglichkeit auch bieten.