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Terminplan

Studienfahrt K1 Latein nach Neapel vom 12.05.-19.05.2016

Am Donnerstag, den 12. Mai 2016, startete unser Lateinkurs mit den Lehrkräften Frau Schnell und Max Deifel ihre Reise nach Italien am Ravensburger Bahnhof. Nach einer langen Zugfahrt erreichten den Münchener Flughafen. Die letzte Flugangst wurde überwunden und wir starteten um 14.30 Uhr mit dem Flugzeug nach Neapel, das uns mit sonnigem Wetter begrüßte. Überrascht von der wunderschönen Landschaft und fasziniert von der Mentalität der Süditaliener bezogen wir das SistersHostel in Piano di Sorrento, wo wir nach der langen Anreise das Dörfchen erkundeten und eine leckere Pizzeria mit Meerblick fanden. Die folgenden sieben Tage eröffneten uns einen Einblick nicht nur in die antike Kultur des Golfs von Neapel und Salerno, sondern auch die Dolce Vita Süditaliens durften wir in vollen Zügen genießen. Auf dem Programm standen u.a. die Ausgrabungsstätten Pompeji, Herkulaneum und Paestum, die Insel Capri, das malerische Städtchen Amalfi und der Vesuv.

Pompeji, Herkulaneum, Vesuv und Capri

Am ersten Tag besuchten wir Pompeji und den Vesuv. Um halb acht klingelte der Wecker und wir begannen unseren Tag mit einem großzügigen Frühstücksbuffet, sogar mit eigenen Orangen aus dem Garten des Hostels. In Pompeji führten uns Hanna und Simone durch die alten Gemäuer Pompejis und erzählten uns viel Wissenswertes über den Untergang Pompejis 79 nach Christus, die verschiedenen Funktionen der Gebäude, das Straßensystem, die damals ansässigen Bewohner und deren Lebensstil. Wir fühlten uns wie in die alte Zeit zurückversetzt. Besonders beeindruckend fanden wir das Amphitheater, das Bordell, das Theater, die Thermen und den Tempel des Apollos. Als wir gehen wollten, fiel uns auf, dass wir unsere Lehrerin in ganzen Ruinen verloren hatten. Die Suche gestaltete sich als äußerst schwierig, da die mobile Kommunikation nicht funktionierte. Schlussendlich fanden wir doch wieder zusammen und wir fuhren auf den Vesuv. Nach einer abenteuerlichen Fahrt auf den Vulkan verschlechterte sich leider durch Wolken die Sicht und um jeden Höhenmeter den wir hinaufwanderten sank auch die Temperatur. Oben angekommen wurden wir für unseren Aufstieg leider nicht belohnt. Nur ein kleiner Teil des Kraters war sichtbar und die Sicht über den Golf von Neapel war durch die Wolkendecke leider auch nicht vorhanden. Allerdings war es für uns durch den Aufstieg auf den Vesuv nun viel greifbarer, was der Ausbruch vor ca. 2000 Jahren alles angerichtet hat.
An unserem zweiten Tag in Piano di Sorrento ließen wir es etwas ruhiger angehen als zuvor und brachen nach einem morgendlichen Unwetter erst auf. Eigentlich war für diesen Samstag der Ausflug zur Insel Capri geplant, doch aufgrund des Unwetters und dem damit verbundenen starken Wind und Regen war das Fahren mit dem Schnellboot nicht möglich, sodass wir anders planen mussten und erst am Dienstag nach Capri fahren konnten. Deshalb beschlossen wir an diesem Tag, einen Ausflug nach Amalfi zu unternehmen. Die Fahrt mit dem äußerst überfüllten Linienbus dauerte ungefähr zwei Stunden, obwohl die Entfernung zwischen Amalfi und Sorrent per Luftlinie nur etwa 10km beträgt, denn die Straße verlief direkt an der Steilküste und folgte jedem Ausläufer der sorrentinischen Halbinsel über enge Straßen, Brücken und Tunnel. Für die lange Busfahrt wurden wir dann aber mit einem tollen Blick auf das Meer und die atemberaubende Landschaft belohnt und für ein paar Stunden schien sogar noch die Sonne. Als wir in Amalfi angekommen waren, schauten wir uns dort die Altstadt mit ihren engen Gassen und zahlreichen Souvenirläden an und bewunderten die einzigartige Lage der Stadt. Als wir den Dom gerade wieder verlassen und uns noch ein Eis gekauft hatten, begann es erneut in Strömen zu regnen, weshalb wir uns entschieden, gleich wieder zurück nach Sorrent zu fahren. Dort kamen wir ungefähr um 18.00 Uhr an und kehrten in ein versteckt liegendes, aber sehr gutes Restaurant ein.
Am dritten Tag unseres Aufenthaltes in Italien besuchten wir die Ausgrabungsstätte von Herculaneum. Nachdem unser Lateinkurs auf der Zugfahrt wie jeden Tag die Musik von mehreren Straßenkünstlern hören durfte, kamen wir bei der Ausgrabungsstätte an. Schon bevor wir in die eigentliche Ausgrabungsstätte kamen, erblickten wir von dem höher gelegenen Weg einige Skelette in den ehemaligen Bootshäusern der Stadt, welche dem Ausbruch des Vesuvs zum Opfer fielen. Interessant zu wissen ist auch, dass die Stadt nach dem Ausbruch des Vesuvs im Jahre 79 unter einer 20 bis 30 Meter hohen Ascheschicht begraben war. Es ist bekannt, dass die Einwohner von Herculaneum den Vulkanausbruch schon einige Stunden kommen sahen, weswegen sich der Großteil der ca. 4000 Einwohner retten konnte. Die Toten im Bootshaus waren laut Nachforschungen Alte und Kranke, welche hofften, sich vor den vulkanischen Strömen in den Bootshäuser schützen zu können. Die Ausgrabungsstätte beinhaltet teilweise sehr gut erhaltene Häuser, Villen und die Thermen. Sehr eindrucksvoll waren auch die erhaltenen Mosaikböden und originale Trennwände sowie Fensterrahmen aus Holz. Als alle Gebäude besichtigt waren, fing es auch schon an wie aus Eimern zu schütten, weswegen wir durch einen Sprint zur Straßenbahn gelangten, welche uns wieder nach Piano in unser Hotel brachte. Abends wurde das Wetter wieder besser, weswegen wir uns entschlossen, das Städtchen Sorrent zu besuchen und dort zu Abend zu essen. Nachdem wir an der Promenade die schöne Landschaft und das Meer genießen konnten, bummelten wir anschließend durch die kleinen Gassen Sorrents.
Am Montag folgte eine ausgedehnte Zugfahrt mit der Regionalbahn „Circumvesuviana“ Richtung Neapel, welches neben der Funktion als Hauptstadt, auch das kulturelle Zentrum der Region darstellt. Treffpunkt für die auf halb zehn anberaumte Stadtführung war die Piazza Garibaldi, welche als wichtigstes innerstädtisches Verkehrsdrehkreuz gilt. Die besagte Stadtführung, geleitet von einem italienischen Geistlichen aus Horgenzell, stand unter dem Aspekt der sakral-historischen Sehenswürdigkeiten Neapels. An dieser Stelle müssen zwei Kirchen hervorgehoben werden: Zum einen die Chiesa del GesuNuovo, welche durch ihre ungewöhnliche Außenfassade hervorsticht. Die üppig bestückte Barockkirche wurde ursprünglich dem italienischen Arzt Giuseppe Moscati gewidmet. Vis a vis steht die Basilika Santa Chiara, welche im gotischen erbaut wurde; sie beinhaltet ein angrenzendes Kloster und ein archäologisches Museum. Der Kontrast zwischen der pompösen bzw. prunkvollen Barockkirche und der betont schlicht gehaltenen gotischen Kirche könnte größer nicht sein. Den Höhepunkt des Montags bildete in der Folge jedoch die Besichtigung des Archäologischen Nationalmuseums Neapels. Dieses gilt als eines der bedeutendsten historischen Museen Europas und beherbergt zahlreiche Funde der Großgrabungsstätten in Herkulaneum und Pompeji. Zwischen Kunsthandwerkern, flatternder Wäsche und italienischer Musik konnte man den Tag bei einem abendlichen Besuch in einer der besten Pizzerien Neapels, erschöpft aber dennoch entspannt und zufrieden, ausklingen lassen.
Nachdem wir am Samstag wegen Unwetterwarnungen nicht zur Insel unserer Träume gekonnt hatten, beförderte uns dann am Dienstag ein netter Speedboatfahrer bei lauter Musik nach Capri. Allein schon die rasante Fahrt mit dem Speedboat machte den Tag zu einem wahrhaftig gelungenen. Nachdem wir am Strand von Marina Piccola abgesetzt wurden, fuhren wir mit dem Bus zur Gemeinde Capri, die mit ca. 7300 Einwohnern ungefähr die Hälfte der Bevölkerung auf der 10,4 km² großen Insel ausmacht. Von dort machten wir uns zu Fuß in Richtung Villa Iovis auf, die das Hauptziel unserer Fahrt nach Capri war. Die Villa Iovis war eine der zwölf Kaiserlichen Residenzen auf Capri, die in der Amtszeit von Kaiser Augustus erbaut worden waren, welcher die Insel 29 v. Chr. In Besitz genommen hatte. Sein Nachfolger Tiberius ließ die Villa erweitern und erklärte sie 27 n. Chr. zu seiner permanenten Residenz, wobei er auch seine Regierungsgeschäfte von dort aus abwickelte. Tiberius reiste bis zu seinem Todesjahr 37 n. Chr. nie mehr nach Rom zurück, was ihm von dort auch viel Häme einbrachte. Nach Tiberius Zeit diente Capri vor allem als Ort des Exils und nahm nie wieder eine so wichtige Rolle ein. Nach einem halbstündigen Fußmarsch erreichten wir die prächtigen Überreste der Villa Iovis, die beeindruckend auf dem Gipfel des Monte Tiberio in über 300 Metern Höhe lagen. Nachdem wir uns alles in Ruhe angeschaut und die Referate von Marina und David Referate angehört hatten, machten wir uns auf den Rückweg, auf dem uns Scharen von anderen interessierten Schülern entgegen kamen, was uns darin bestätigte, dass es eine gute Entscheidung war, uns schon frühmorgens aus dem Bett zu quälen. Auf dem Heimweg sahen wir dann auch noch einigen der vielen Grotten, für die Capri auch bekannt ist. Wieder im Hotel angekommen, packten wir unsere Sachen und machten uns per Zug Richtung Paestum auf, wo wir unser zweites Domizil erreichten.
Den vorletzten Tag unserer Studienfahrt verbrachten wir in Paestum. Nach dem nicht ganz so ergiebigen Frühstück wie in Piano di Sorrento fuhren wir zu den Ausgrabungen, die von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt sind. Schon auf der Fahrt dorthin fällt auf, dass Paestum im Gegensatz zu Sorrent deutlich ländlicher ist und vor allem reicher, ein Luxushotel neben dem anderen. Paestum war damals auch schon finanziell gut gestellt, denn sie trieb umfangreichen Handel und hatte eine fruchtbare Landschaft. Dadurch entstanden dann auch die Tempel. Paestum allerdings verlor den Reichtum wieder in der römischen Kaiserzeit und schließlich auch ihren Glanz durch die Zerstörung der Sarazenen und Normannen. Für uns war dieser Tag auch ein wenig Luxus, denn der Direktor des Archäologischen Parks, Herr Zuchtriegel, besuchte früher auch das Gymnasium Wilhelmsdorf. Aus diesem Grund war der Aufenthalt dort für uns kostenlos und brachte ein paar VIP Eindrücke mit sich. Zum Beispiel konnten wir in zwei Tempel, das Heraion und den Poseidontempel, die für Touristen eigentlich gesperrt sind, sogar hineingehen und uns ganz wie Goethe fühlen, als wir, genau wie er, durch den Tempel liefen und die antike Atmosphäre aufsaugten. Nach der ausgiebigen Runde im Park gingen wir weiter ins Museum, was sich sehr modern zeigte und die Ausstellungsstücke, Vasen, Waffen und verzierte Steinplatten, gut in Szene setzt. Der Nachmittag war frei und jeder konnte den letzten Tag in Italien für sich ausklingen lassen. Doch bei dem herrlichen Wetter zog es alle, bei manchen nach einer Mittagspause, ans Meer, das nur wenige hundert Meter vom Hotel entfernt war. Es war ein herrlich entspannter Nachmittag, den wir mit baden gehen, in der Sonne liegen, am Strand spazieren und Freunden im Sand vergraben verbrachten.
Am nächsten Morgen hieß es dann tschau zu Italien und spät abends wieder Hallo Deutschland. Auf der Rückfahrt kamen wir dann nochmal kurz in Neapel durch, wovon wir dann schließlich abflogen. Noch einmal kurz Sonne tanken, dann schnell ins Flugzeug, im Flugzeug den „Urlaub“ nochmal kurz Revue passieren lassen, um dann in München mit der deutschen Nebelsuppe wieder auf den Boden der Tatsachen heruntergeholt zu werden. Der erste Gedanke, den man hatte als man aus dem Flugzeug stieg: Man hätte sich im Flieger doch lieber eine lange Hose anziehen sollen!!