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Terminplan

Emotionen im Unterricht

Der diesjährige Festliche Abend des Gymnasiums Wilhelmsdorf stand unter dem Thema "Emotionen im Unterricht". Der Fachreferent Prof. Dr. Thomas Goetz vom Lehrstuhl für Erziehungswissenschaft und Empirische Bildungsforschung an der Universität Konstanz stellte dabei wissenschaftliche Studien vor, die unter anderem in der Zusammenarbeit mit dem Gymnasium Wilhelmsdorf erstellt worden waren. Die festliche Atmosphäre für den traditionellen Austausch zwischen Bildungsforschung und Schulpraxis am Gymnasium Wilhelmsdorf gestalteten der Schulchor und die Schüler der 11. Klassen. Sie sorgten für die musikalische Umrahmung und organisierten den anschließenden Stehempfang.

Das Gymnasium Wilhelmsdorf verzahnt Theorie und Praxis der Schulentwicklung


In seinem Fachvortrag betonte Prof. Dr. Thomas Goetz von Beginn an die Relevanz von Emotionen im Schulalltag: "Qualität von Lernen und Leistung hängt sehr stark von Emotionen ab." Besonders für die Berufs- und Studienentscheidung nach dem Abitur spiele es eine entscheide Rolle, welche Gefühle die Schüler in bestimmten Fächern vorrangig erlebt hätten. Für das Gymnasium besonders relevant, zeigt eine der Studien von Prof. Goetz, dass der Wechsel von der Grundschule auf das Gymnasium für viele Schüler mit einer verminderten Lernfreude verbunden ist. Schüler, die innerhalb der Grundschulklasse die besten gewesen sind, finden sich im Gymnasium als einer von vielen guten Schülern wieder. "Es muss zentrale Aufgabe des Gymnasiums sein, in der 5. Jahrgangsstufe dieses Thema mit den Schülern aufzugreifen, um negativen Einflüssen entgegenzuwirken.“, betont Prof. Goetz.
 
Eine weitere Studie zeigt, dass Emotionen in den verschiedenen Fächern eine unterschiedliche Rolle spielen. Bei der Befragung, an der auch Wilhelmsdorfer Schüler teilnahmen, wurde die generelle Einschätzung der Schüler ermittelt und mit in der Schulstunde konkret abgefragten Gefühlen, wie Freude, Stolz, Langeweile und Angst verglichen. Prof. Goetz zeigte auf, dass die rückblickende Einschätzung von Schülern nicht mit den tatsächlich erlebten Gefühlen im Unterricht übereinstimmt. So schätzen zum Beispiel Mädchen in sogenannten "Jungen-Fächern“ wie Physik und Mathematik ihre negativen Gefühle wie Angst und Langeweile schlechter ein als die Stichproben ergeben. Diese Fehleinschätzung hat direkte Auswirkung auf die Noten und die spätere Berufswahl. Die Ursache sieht Prof. Goetz im immer noch vorhandenen Rollendenken unserer Gesellschaft. Denn immer noch gehen viele Menschen davon aus, das Mädchen eher sprachlich und Jungen eher naturwissenschaftlich begabt wären. "Räumen Sie mit solchen Stereotypen auf!“ Lautet die eindeutige Konsequenz von Prof. Goetz. Eine direkte Aufforderung die Lehrer, Eltern und alle an der Schulpraxis Beteiligten gleichermaßen betrifft.