Evaluation
Notwendige Ortsbestimmung im Freiraum
Wenn Praktiker etwas Neues einführen oder etwas weiterentwickeln wollen, was - wie insbesondere bei Unterricht - so komplex ist, dass 100%iger Erfolg nicht vorprogrammiert erscheint, suchen sie Rückmeldungen. Evaluation ist also ein integraler und beinahe „natürlicher" Bestandteil von Unterrichtspraxis.
Evaluation ist nicht nur in Innovationsprojekten bedeutsam. Urteilsfähigkeit gehört zu den Grundkompetenzen im Lehrerberuf. Lehrer fällen im Berufsalltag eine große Zahl von Entscheidungen und nehmen dabei laufend Bewertungen eigener und fremder Handlungen vor - häufig ohne explizite Kriterien. Das ist nicht verwerflich, sondern macht gerade das Typische von ruhig fließenden Handlungszügen erfahrener Praktiker aus: Sie handeln auf der Basis eines "feel for the situation" und sind dabei häufig erfolgreich, ohne im Lehrbuch nachschauen zu müssen. Auf der anderen Seite haben sich die meisten von uns in diesen intuitiven Einschätzungen auch schon einmal sehr getäuscht. Dabei den Splitter im Auge das anderen zu sehen, ist oft leichter, als den Balken im eigenen zu entdecken. Daher lohnt es sich, bei Bedarf expliziter und genauer nachzufragen.
Lehrer arbeiten in einem anspruchsvollen Beruf. Sie haben eine relativ große Autonomie in Hinblick auf wichtige Aspekte ihres Handelns: Sie sind zwar an den Lehrplan und an bestimmte Unterrichtszeiten gebunden, haben jedoch weite Entscheidungsspielräume, z.B. was inhaltliche Akzentuierungen, Methoden und Unterrichtsmittel angeht. Dies ist keine Nachlässigkeit des Dienstgebers; vielmehr braucht eine komplexe Aufgabe wie die Erziehung und Bildung von Kindern und Jugendlichen solche Freiräume. Mit dieser (relativen) Autonomie müssen wir Lehrenden, wenn wir unsere Profession ernst meinen, freilich besonders verantwortungsvoll umgehen, sie verlangt eine professionelle Ethik.
Um diesen Ansprüchen gerecht zu werden, müssen Lehrer die eigene Tätigkeit in Hinblick auf ihre Ziele, Bedingungen, Verläufe und Wirkungen fortlaufend reflektieren, um rechtmäßig behaupten zu können, dass sie ihre Freiräume in qualitativ angemessener Weise nutzen. Und sie müssen bereit sein, sich auf Gespräche mit Kollegen, Lernenden, Eltern und anderen Interessierten einzulassen, um dort die eigenen Handlungsgründe argumentativ zu vertreten.
Unserer Meinung nach gehört Evaluation zur professionellen Verantwortung in einem komplexen Beruf mit beträchtlichen Handlungsspielräumen: Sie ist notwendig zur Pflege der eigenen Urteilsfähigkeit und auch, um sich selbst ebenso wie den Interaktionspartnern gegenüber deutlich machen zu können, dass mit der beruflichen Autonomie in verantwortungsvoller Weise umgegangen wird.
Evaluationsthemen am Gymnasium Wilhelmsdorf
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Jahr der Evaluation |
Thema der Evaluation |
Art der Evaluation |
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1999: Intern |
Evaluation des Schulleiters |
Fragebogen an Lehrer/innen |
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2001/2002: Extern |
Evaluation der Freiarbeit |
diverse Erhebungen |
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2007/2008: Intern (SMV) |
Befragung zur Befindlichkeit am Gymnasium |
Fragebogen an Schüler/innen |
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Juni 2008: Intern |
Fragebogen an Schüler/innen, Lehrer/innen, Eltern | |
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Oktober 2008: Extern |
Befragung zu Mobbing in der Schule |
Fragebogen an Schüler/innen |
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2008/2009: Intern |
Befragung zum Vereinssport |
Fragebogen an Schüler/innen |
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2009/2010 Intern |
Fragebogen an Schüler/innen, Lehrer/innen, Eltern, externe Kursanbieter | |
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2009/2010 Intern |
Evaluation der Unterstufe Überprüfung |
Fragebogen an Schüler/innen, Lehrer/innen, Eltern |
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2010/2011 Intern |
Praxis der Weiterqualifizierung |
Fragebogen an Lehrer/innen |
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2011/2012 Intern |
Qualität des Unterrichts |
Fragebogen an Schüler/innen, Lehrer/innen |
